Methadon

Das Medikament Methadon ist ein synthetisches Opioid und wird in erster Linie bei einer Entzugstherapie von Heroin verwendet. Es wird dort als Substitutionstherapie angewandt, das bedeutet die Dosis wird schrittweise immer weiter verringert. Eine bestimmte Form des Methadons wird auch zur Linderung starker Schmerzen eingesetzt, so findet Levomethadon öfters bei Krebsleiden Anwendung.

Der Wirkstoff wurde in Deutschland entwickelt im Jahr 1939. Das Opioid ist nicht rezeptfrei erhältlich und die Einnahme sollte immer nach Absprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen. Denn auch Methadon kann unter Umständen abhängig machen. Besonders bei einem Entzug ist die richtige Dosis wichtig.

Da das Medikament über die Nieren ausgeschieden wird, kann es sonst bei falscher und sehr langer Anwendung zu Nierenschäden und Funktionsstörungen kommen. Methadon gibt es als Tropfen zum Schlucken und auch als Lösung zum Spritzen. Die Verabreichung über die Vene erfolgt meist im Rahmen einer Schmerztherapie. Häufiger, vor allem bei der Substitutionstherapie, ist die orale Einnahme. Die Einnahme erfolgt in der Regel unter entsprechender Aufsicht.

Wirkung und Anwendung

Das Arzneimittel setzt an denselben Rezeptoren an wie Heroin und blockiert diese. Es stillt allerdings nur das körperliche Verlangen nach der Droge, denn eine Euphorie oder ein sogenanntes High setzt bei Methadon nicht ein. Dadurch ist es trotzdem zur Substitutionstherapie unersetzlich, weil sich damit der Entzug kontrollieren lässt und sich zumindest körperliche Entzugssymptome lindern lassen. Auch zur Behandlung von sehr starken Schmerzen hat sich eine Form des Opioids als wirksam erwiesen, so wird Levomethadon beispielsweise bei Krebs eingesetzt.

Methadon wird meist in Form von Sirup und Tröpfchen geschluckt, etwa ein Mal täglich. Bei der Substitutionstherapie wird dabei die Dosis immer wieder angepasst. Der Wirkstoff wird dabei über den Darm aufgenommen, eine Wirkung tritt dann nach 20 – 30 Minuten ein und erreicht einen Höhepunkt nach circa 1 – 2 Stunden. Im weiteren Verlauf wird das Medikament dann über die Nieren wieder ausgeschieden. Dies geschieht auch bei der Verabreichung des Levomethadons durch Injektionen.

Die Durchschnittsdosis zur Anwendung von Methadon liegt bei etwa 2,5 bis 7,5 mg. Je nach Stärke des Leidens kann die Stärke der benötigten Dosis variieren.

Nebenwirkungen und Wechselwirkungen

Die häufigsten Nebenwirkungen bei der Einnahme von Methadon sind eventuelle Abhängigkeit, Toleranzentwicklung, Sedierung, Verstopfung, Schwitzen, Juckreiz und unter Umständen Atembeschwerden oder niedriger Blutdruck. Selten kann es zu Herzrhythmusstörungen kommen.

Von gleichzeitiger Einnahme mit bestimmten MAO-Hemmern ist abzuraten. Ebenso wie bei bestehender Leberfunktionsstörung oder Erkrankungen des Atemwegssystems. Auch bei vorhandenen Krankheiten wie einer Schilddrüsenunterfunktion, entzündlichen Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts, Prostataerkrankungen, Krampfleiden und auch bei niedrigem Blutdruck sollte die Einnahme streng nach Vorgabe des Arztes erfolgen und nur wenn wirklich nötig.

Zu Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten kommt es vor allem bei der Einnahme anderer Schmerzmittel und viele Medikamente, die sich auf das zentrale Nervensystem auswirken. Hier ist die Beratung durch einen Arzt und Apotheker unbedingt erforderlich.

Wichtiger Hinweis: Bei den hier dargelegten Informationen handelt es sich NICHT um einen medizinischen Rat oder Gebrauchsanweisungen, sondern einzig um Informationen, wofür das Medikament eingesetzt wurde bzw. wird.