Carbamazepin

Das Arzneimittel Carbamazepin ist ein Antiepileptikum und wird hauptsächlich zur Behandlung und Therapie von Krampfleiden eingesetzt. Dazu zählt beispielsweise Epilepsie. Das Medikament wird aber auch bei neuropathischen Schmerzen und Neuralgien, bipolaren Störungen oder akuten Manien und bei Entzugssymptomen bestimmter Substanzen und Alkohol angewendet.

Da es bekannt für Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten ist, sollte die Einnahme immer strikt wie verordnet erfolgen. Carbamazepin ist verschreibungspflichtig. Der Wirkstoff ist als Tabletten in normaler oder retardierter Form und auch als Saft erhältlich. Dabei entfaltet der Wirkstoff seine Wirkung je nach Verabreichungsform erst nach 4 – 16 Stunden und wird auch danach sehr langsam im Körper abgebaut. Der Abbau und die Ausscheidung des Medikaments erfolgt dabei über die Leber, die Nieren und den Darm.

Die Dosierung von Carbamazepin sollte immer mit einem Arzt abgesprochen werden und beginnt in der Regel niedrig, damit die Dosis gesteigert werden kann. Das Absetzen des Arzneimittels geschieht im Normalfall ebenfalls schleichend.

Wirkung und Einnahme

Das Medikament blockt im Nervensystem bestimmte Kanäle und verhindert so die Übererregung der Nervenzellen. Durch genetische Ursachen oder auch Verletzungen können bestimmte Botenstoffe aktiviert oder gehemmt werden, die im Normalfall vom Körper nur in angemessener Menge in gewissen Situation ausgeschüttet werden. Die Neurotransmitter sind in einem solchen Fall dann nicht mehr im Gleichgewicht, das Nervensystem im Gehirn ist dann so erregt und überempfindlich, dass es unter Umständen zu epileptischen Anfällen kommt. Durch die Hemmung der Stoffe, die für die Ausschüttung eben dieser Neurotransmitter sorgen soll die Gefahr für solche Anfälle und Krämpfe gemindert werden.

Die Einnahme sollte mit viel Flüssigkeit und bestenfalls nicht auf leeren Magen erfolgen. Die Dosis variiert stark von Patient zu Patient, beginnt aber in der Regel mit etwa 200 mg täglich und wird dann langsam gesteigert. Dabei kann die Stärke auf bis zu 1200 mg täglich erhöht werden. Eine Überwachung während der Dosisanpassung durch einen Arzt ist besonders wichtig, vor allem da Carbamazepin bekannt für einige Wechsel- und Nebenwirkungen ist. Es wird unter anderem vor Einnahmebeginn des Medikaments ein Gentest empfohlen, da bewiesen wurde, dass das Risiko für Nebenwirkungen bei bestimmten genetischen Veränderungen steigt.

Zudem bekommen Kinder, Jugendliche und auch ältere Menschen meist eine niedrigere Dosis. Ebenso wie Menschen mit einer Herz-Kreislauf-Erkrankung oder einer Leber- oder Nierenfunktionsstörung.

Der Wirkstoff sollte nicht eingenommen werden, wenn eine Herzfunktionsstörung, eine Knochenmarksstörung oder eine bestimmte Störung des Blutbilds vorliegt. Mit MAO-Hemmern oder dem Mittel Voriconazol gegen Pilzerkrankungen ist Carbamazepin ebenfalls kein geeignetes Medikament. Für Menschen mit einer Störung des Natriumstoffwechsels ist die Einnahme nur nach strenger Vorgabe des Arztes oder gar nicht zu empfehlen.

Nebenwirkungen von Carbamazepin

Zu den häufigsten Nebenwirkungen des Arzneimittels zählen Schwindel, Müdigkeit, Magen-Darm-Beschwerden und auch Ataxie (Störungen der Bewegungsabläufe) oder Hautreaktionen wie Juckreiz oder Ausschläge. Des Weiteren kann es zu bestimmten Veränderungen im Blutbild kommen, einer Enzymerhöhung. Auch Stimmungsschwankungen, Verwirrtheit, Kopfschmerzen oder Seh- und Sprechstörungen können auftreten.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Carbamazepin vermindert die Wirkung anderer Medikamente, dazu gehören unter anderem weitere Antiepileptika, blutverdünnende Mittel, bestimmte Antibiotika, Benzodiazepine und auch Theophylin und Digoxin. Auch die Wirkung von Schilddrüsenhormonen wird durch das Medikament gehemmt.

Die Wirkung von Carbamazepin selbst wird durch andere Medikamente wie Verapamil, Antibiotika wie Erythromycin oder auch Isoniazid und weitere Mittel beeinflusst. In jedem Fall ist die Absprache über die Einnahme von Carbamazepin mit einem Arzt zu empfehlen.

Wichtiger Hinweis: Bei den hier dargelegten Informationen handelt es sich NICHT um einen medizinischen Rat oder Gebrauchsanweisungen, sondern einzig um Informationen, wofür das Medikament eingesetzt wurde bzw. wird.