Ibuprofen

Das Arzneimittel Ibuprofen zählt als Schmerzmittel und Entzündungshemmend. Es wirkt jedoch nicht nur lindernd bei Schmerzen, sondern hemmt somit auch Entzündungen und senkt zudem Fieber.

Ibuprofen wurde in den 1960er Jahren in England entwickelt, unter der Leitung von Stewart Adams. Bis heute gilt es weltweit als eines der am häufigsten genommenen Mittel gegen Schmerzen und Fieber.

Meist in Tablettenform konsumiert erfolgt die Einnahme von unretadierten Tabletten bis zu drei Mal täglich. Dabei gibt es Ibuprofen in verschiedenen Stärken. Rezeptfrei sind die Tabletten bis zu einer Stärke von 400 mg erhältlich. Stärkere Formen sind dann verschreibungspflichtig. Allerdings gibt es Ibuprofen nicht nur in Form von Tabletten, sondern auch Suspension, Weichkapseln oder auch als Granulat. Zur äußerlichen Anwendung ist ebenfalls eine Creme erhältlich.

Bei der Einnahme ist vor allem zu beachten, dass Ibuprofen den Magen reizt und deshalb bei empfindlichem Magen oder bei längerer Einnahmedauer zu Magenbeschwerden und Bauchschmerzen führen kann.

Einsatzgebiete und Wirkung

Die Wirkung von Ibuprofen beruht in erster Linie darauf, dass bestimmte Stoffe behindert werden die für die Bildung von Prostaglandinen verantwortlich sind. Prostaglandine wirken im Körper fördernd für Entzündungen, Schmerzen und sorgen für Anstieg der Körpertemperatur. Ibuprofen gehört zur Gruppe der nicht-steroidalen Antirheumatika und wurde ursprünglich auch hauptsächlich bei entzündlichen Gelenkserkrankungen eingesetzt. Allerdings kommt es mittlerweile bei den verschiedensten Schmerzen und Erkrankungen zum Einsatz.

Nach einer Operation, bei Kopfschmerzen, bei grippalen Infekten und auch bei Zahnschmerzen oder Menstruationsschmerzen wird Ibuprofen in verschiedenen Dosen angewandt. Dabei liegt die Halbwertszeit des Medikaments bei circa 1 – 3 Stunden. Wenn man es von der chemischen Seite aus betrachtet, gehört der Wirkstoff zu den Arylpropionsäuren und somit zu den sauren Schmerzmitteln.

Weil es unter anderem auch die Schleimproduktion hemmt, wird während der Einnahme von Ibuprofen die Magenschleimhaut geschädigt.

Einnahme von Ibuprofen

Das Arzneimittel wird in der Regel drei Mal täglich, je nach Bedarf oder etwa alle 4 – 6 Stunden verabreicht, beispielsweise nach Operationen. Da die Tabletten in unterschiedlichen Stärken erhältlich sind, variiert auch die zugelassene Tagesdosis zwischen 1200 mg – 2400 mg.

Da Ibuprofen wie bereits erwähnt häufig Magenbeschwerden verursacht, empfiehlt es sich das Medikament nicht auf leeren Magen zu nehmen. Bei längerer Einnahmedauer kann in manchen Fällen zusätzlich ein Präparat zum Schutz der Magenschleimhaut verordnet werden. Außerdem sollte man während der Einnahme auf Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten achten, insbesondere mit anderen Schmerzmitteln oder blutdrucksenkenden Mitteln. Ibuprofen sollte man, wie jedes andere Medikament ebenfalls nicht mit Alkohol einnehmen.

Nebenwirkungen von Ibuprofen

Zu den bekanntesten und häufigsten Nebenwirkungen von Ibuprofen zählen Probleme und Beschwerden die den Magen und Darm betreffen. Dazu zählen neben Schädigung der Magenschleimhaut Beschwerden wie Übelkeit, Sodbrennen, Bauchschmerzen, Durchfall oder Verstopfung und Blähungen.

Zudem kann es vor allem bei längerer Einnahme zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen kommen. Es erhöht beispielsweise den Blutdruck. Zu weiteren bekannten Nebenwirkungen gehören Hautreaktionen, Schwindel, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Wasseransammlungen, Reizbarkeit und eine Einschränkung des Reaktionsvermögens.

Im schlimmsten Fall kann es zu sehr seltenen Nebenwirkungen kommen, da Ibuprofen das Risiko für einen Schlaganfall sowie für einen Herzinfarkt erhöht. Ebenso steigt das Risiko einer Nierenfunktionsstörung oder eines Nierenversagens. Auch Magen- und Darmgeschwüre und eine Hepatitis zählen zu den extrem seltenen Nebenwirkungen.

In jedem Fall sollte die Einnahme von Ibuprofen vor allem bei länger anhaltenden Beschwerden immer mit einem Arzt oder Apotheker besprochen werden. So lässt sich die Gefahr für Nebenwirkungen und eventuelle Wechselwirkungen vermindern.

Wichtiger Hinweis: Bei den hier dargelegten Informationen handelt es sich NICHT um einen medizinischen Rat oder Gebrauchsanweisungen, sondern einzig um Informationen, wofür das Medikament eingesetzt wurde bzw. wird.

Diese Medikamente sind im Alter ungeeignet

Im Alter sind viele Menschen auf mehr Medikamente angewiesen. Dabei ist nicht jedes Arzneimittel für das Alter geeignet. Manche können sogar gefährlich werden, weil es zu schwerwiegenden Nebenwirkungen kommen kann.

Häufig nehmen vor allem Senioren viele verschiedene Präparate ein, die eigentlich ab einem gewissen Alter nicht mehr eingenommen werden sollten oder die sich gegenseitig beeinflussen. Häufig entstehen dadurch sogar neue Symptome, welche dann wieder mit neuen Medikamenten behandelt werden.

Vor allem die Einnahme von Schmerz- und Beruhigungs- oder Schlafmitteln steigen im Alter stark an. Gerade diese sind besonders im Alter mit Vorsicht einzunehmen, erst recht wenn Blutverdünner im Spiel sind. Blutverdünner werden Senioren oft zum Schutz vor Thrombose, Schlaganfällen und Herzinfarkten verschrieben.

Interessant ist für Menschen, die viele Medikamente einnehmen, die Priscus-Liste

Diese klärt über 83 verschiedene gefährliche Wirkstoffe auf und zeigt gleichzeitig Alternativen auf. Zudem gibt die Liste Tipps für Schutzmaßnahmen bei unvermeidbaren Medikamenten.

Benzodiazepine und Z-Drugs werden häufig verordnet bei Schlafproblemen, Angst und Unruhe. Allerdings machen diese Arzneimittel abhängig und sorgen für erhebliche Nebenwirkungen, dazu zählen gedämpftes Denkvermögen und eine erhöhte Sturzgefahr.

Auch der Wirkstoff Doxazosin, welcher bei hohem Blutdruck und auch Prostatabeschwerden eingesetzt wird, führt zu solch starken Nebenwirkungen. Es können Muskelkrämpfe, Schwäche und Schwindel, Apathie oder auch Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit auftreten. Wassereinlagerungen und Herz- und Kreislaufprobleme zählen zu den zahlreichen Nebenwirkungen.

Welche Medikamente sollten besonders vorsichtig eingenommen werden?

Genau wie Amitriptylin, ein ebenfalls häufig verschriebenes Medikament. Es ist ein Antidepressivum und macht stark abhängig. Auch hier treten unter anderem Benommenheit und Kreislaufstörungen auf.

Das Schmerzmittel Etoricoxib steht auch auf der Liste und zählt dennoch zu den häufig verschriebenen Medikamenten im Alter. Es wirkt auch entzündungshemmend und wird oft bei Arthrose, Arthritis und akuten Gichtanfällen eingesetzt. Zu den Nebenwirkungen zählen allerdings Bluthochdruck, Herzprobleme und Schwindel sowie Magen-Darm-Beschwerden.

Flecainid ist ein Medikament zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen. Allerdings kann dieses Arzneimittel selbst Rhythmusstörungen hervorrufen, besonders durch Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten oder durch zu hohe Dosierung.

Clonidin wird in erster Linie zur Therapie von Bluthochdruck eingesetzt. Es ist für Nebenwirkungen wie Benommenheit, Übelkeit, Potenzstörungen, Müdigkeit und Hautreaktionen wie Juckreiz bekannt. Am häufigsten treten Kopfschmerzen und Mundtrockenheit auf.

Ein ebenfalls auf der Liste aufgeführtes Medikament und dennoch häufig eingesetztes Arzneimittel ist Piracetam. Es wird unter anderem zur Behandlung von Demenz oder auch Tinnitus verschrieben. Die Nebenwirkungen reichen hier von Nervosität, Schlafstörungen und Aggressivität bis hin zu Depressionen und Blutdruckabfall oder auch Steigerung.

Für alle Medikamente gibt es bessere, ungefährlichere Alternativen, die im Alter angewendet werden können. Es lohnt sich in jedem Fall, mit dem behandelnden Arzt zu sprechen und sich zu informieren.

Medikamente – So werden sie richtig eingenommen

Arzneimittel erleichtern nicht nur unser Leben, manchmal ist ein Leben ohne Medikamente sogar gar nicht möglich. Doch damit die Wirkung sich komplett entfalten kann und auch keine Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten oder gar Lebensmitteln entstehen, gibt es bei der Einnahme einiges zu beachten.

Dazu zählt nicht nur, den Beipackzettel immer aufmerksam zu lesen. Diese sind in der Regel recht knapp formuliert, dennoch enthalten sie wichtige Informationen. Darin wird zum Beispiel auch darüber informiert, unter welchen Umständen oder mit welchen anderen Arzneimitteln man dieses Medikament nicht einnehmen darf. Darauf sollte unbedingt geachtet werden, um Nebenwirkungen und Folgeschäden zu vermeiden.

Dennoch gibt es manche Formulierungen, aus denen man nicht schlau wird. Diese werden hier genau erklärt, damit Sie in Zukunft keine offenen Fragen mehr haben. So können Sie ihre Medikamente mit gutem Gewissen einnehmen und sich sicher sein, dass diese auch richtig wirken.

Medikamente und Essen

Vor dem Essen heißt, das Arzneimittel sollte eine halbe oder eine volle Stunde vor dem Essen eingenommen werden. Grundsätzlich wirken Medikamente auf leerem Magen schneller.

Zum Essen bedeutet, Sie können die Medikamente mit der Mahlzeit einnehmen. Ob zwischen zwei Bissen oder kurz nach der Mahlzeit spielt keine Rolle. Manche Arzneimittel greifen die Magenschleimhaut stark an, dies wird durch die Einnahme mit Essen gelindert.

Nach einer Mahlzeit heißt, es sollten etwa zwei Stunden zwischen der Einnahme und dem Essen liegen. Manche Lebensmittel enthalten Stoffe, welche die Aufnahme der Wirkstoffe eines Arzneimittels beeinträchtigen und verhindern können.

Rhythmus der Einnahme

  • Einmal täglich bedeutet jeden Tag ein Mal, wichtig ist allerdings zur selben Zeit. Eine Verschiebung von zwei Stunden ist akzeptabel, wenn es eine Ausnahme bleibt.
  • Zweimal täglich bedeutet einen Abstand von circa zwölf Stunden.
  • Dreimal täglich gibt eine Einnahme morgens, mittags und zur Schlafenszeit vor.

Wenn die Einnahme vergessen wurde, gibt der Beipackzettel Tipps oder auch der behandelnde Arzt oder Apotheker. In vielen Fällen wird empfohlen, die Einnahme einfach mit der nächsten Dosis normal fortzusetzen. Auf keinen Fall einfach die doppelte Dosis nehmen.

Medikamente und Flüssigkeit

Auf keinen Fall Medikamente mit Milch oder Alkohol einnehmen. Die Aufnahme der Wirkstoffe wird davon stark beeinflusst oder sogar ganz verhindert. In manchen Fällen kann Alkohol die Wirkung allerdings auch verstärken – genau wie Grapefruitsaft. Deshalb auch davon besser die Finger lassen.

Am besten eignet sich Leitungswasser für die Einnahme von Medikamenten.

Der richtige Zeitpunkt für die Einnahme

Auch unser eigener Körper kann zu unterschiedlichen Tageszeiten die Aufnahme von Wirkstoffen beeinflussen durch bestimmte Stoffwechselvorgänge. Kortisonpräparate nimmt man beispielsweise am besten morgens ein, wenn die körpereigene Produktion auch am größten ist. So entstehen weniger Nebenwirkungen. Säureblocker dagegen wirken besser abends vor dem Schlafengehen oder direkt nach einer Mahlzeit. Deshalb am besten die Einnahmezeiten mit dem behandelnden Arzt absprechen.

Medikamente und Lebensmittel

Auch hier gilt es, sich am besten mit dem Arzt abzusprechen.

  • Im Allgemeinen sollten Milchprodukte in Verbindung mit Medikamenten vermieden werden. Dies gilt vor allem bei Antibiotika.
  • Zwischen dem Verzehr von vielen Ballaststoffen und der Einnahme bestimmter Arzneimittel sollten ebenfalls ein paar Stunden liegen.
  • Lakritze niemals mit entwässernden Medikamenten einnehmen. Hier kann es zu gefährlichen Nebenwirkungen wie Bluthochdruck kommen.

Zu guter Letzt sollten Sie sich immer über die Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten informieren, besonders wenn Sie auf mehrere Präparate angewiesen sind. Viele Arzneimittel können ihre Wirkung gegenseitig schwächen oder verstärken. Dies gilt es natürlich zu vermeiden, damit die Medikamente am Ende auch wirklich heilen und keinen Schaden anrichten.